Unsere-Taetigkeit
Tätigkeitsbericht 2009/10Montag 12.Juli.2010 21.46

Tätigkeitsbericht 2009


Der Bericht über unsere Tätigkeiten umfasst den Zeitraum des Jahres 2009 und die ersten Monate des Jahres 2010. Die Vereinsgründung im Mai 2009 hat keine Veränderung in unserer Tierschutzarbeit zur Folge.


Die rein quantitative Angabe der vermittelten Doggen spiegelt nach meinem Verständnis weder das Ausmaß der geleisteten Arbeit noch das Ausmaß des Leidens der Not-Doggen wider. Deshalb werde ich so vorgehen, dass ich zunächst einige Zahlen der von uns aufgenommenen und vermittelten Doggen nenne und dann über einzelne Doggen und über deren Schicksale berichte. Wir haben - wie andere Tierschutzorganisationen auch - auf unseren Internetseiten sowohl die Doggen, die bereits in unserem Eigentum stehen und in einer Pflegestelle leben und auf ein neues Zuhause warten als auch Doggen, die noch in ihrem bisherigen Zuhause leben, aber dringend Menschen suchen, die sie aufnehmen. Gerade von den letztgenannten Hunden wissen wir in der Regel wenig, meistens werden diese Doggen abgegeben, weil es Schwierigkeiten im Umgang mit ihnen gibt. So ist es nachvollziehbar, dass die Art und Weise, wie diese Doggen beschrieben werden eher ungenau und oft auch einseitig mit der Betonung der "Schlimmheit" dieser Hunde bleibt. Wir bieten aber auch anderen Tierschutzorganisationen und auch Tierheimen die Möglichkeit an, für ihre Not-Doggen auf unseren Internetseiten ein passendes Zuhause zu suchen.


Bei der Anzahl der Doggen, die mit unserer Mithilfe ein neues Zuhause gefunden haben ist zu bedenken, dass wir in den letzten Jahren mit zunehmender Tendenz Doggen zwei- und dreifach vermitteln mussten. D.h. wir haben Doggen in ein neues Zuhause gegeben, nach dem wir sorgfältig die Menschen und deren Lebensumfeld begutachtet haben und mussten dennoch immer wieder erleben, dass nach wenigen Monaten diese Dogge, die zuvor so erwünscht war, nun nicht mehr akzeptiert wurde oder aber dass wir durch Nachkontrollen, Telefongespräche und/oder Berichte von anderen Menschen erfuhren, dass es unserer Dogge dort nicht wirklich gut gehen würde. Jedenfalls war es dann notwendig, erneut nach einem passenden Zuhause zu suchen. Was das für das Erleben eines Hundes bedeutet wissen wir alle.


Insgesamt haben wir 23 Doggen vermittelt (davon 5 mehrfach) d.h. wir haben ein neues Zuhause für diese Hund gesucht und gefunden. Im Einzelnen bedeutet dies, dass wir viele Anfragen von Interessenten für eine unserer Not-Doggen beantwortet haben. Schon bei diesen ersten Telefongesprächen findet stets eine Auswahl statt (siehe: Anhang: Anfragen von Interessenten) Es ist immer noch so, dass von fünf Anfragen etwa höchstens eine sich als für unseren Standard als akzeptabel erweist. Dann, wenn die Interessenten in die engere Auswahl gelangt sind, findet die "Vorkontrolle" statt und erst danach ist der Weg frei für die Übernahme einer unserer Doggen. Ein insgesamt aufwendiges Verfahren und dennoch gibt es immer wieder die Situation, dass trotzdem dieses neue Zuhause und diese Menschen sich langfristig nicht als geeignet erweisen oder aber dort Umstände eintreten, die es nicht vertretbar erscheinen lassen, unsere Dogge dort zu belassen. So kommen die doch nicht so seltenen "Mehrfach-Vermittlungen" zustande.


Zusätzlich zu den 23 vermittelten Doggen haben wir viele Gespräche mit Hinweisen, Ratschlägen und Hilfsangeboten für weitere 26 Doggen geführt, die dann entweder zuhause verbleiben konnten, anderweitig vermittelt wurden oder verstorben sind. (Wolles, Schröder, Caruso, Ramon). Derzeit hat die Doggen-Nothilfe 4 Doggen in Pflegestellen, für die langfristig noch ein Zuhause gesucht wird. Adely, Darker, Life und Baghira)


Hier nun einige Berichte über einzelne Doggen, die uns so unvergesslich in Erinnerung geblieben sind, vielleicht weil wir eine positive Wende im Leben dieser Hunde erreichen konnten, vielleicht aber auch, weil wir mit all unseren Bemühungen gescheitert sind.


April 2009 Besonders hart getroffen hat uns der Tod eines jungen Doggenrüden, vor allem deshalb, weil wir nicht rechtzeitig eingreifen konnten. WOLLES, ein gerade 2jähr.Rüde, hatte seine eigenen Leute gebissen und wurde in einem Tierheim in Süddeutschland abgegeben. Es gab damals eine Frau aus dem Umfeld dieses Hundes, die den Kontakt zu mir suchte. Wir konnten diesen Rüden nicht sofort aufnehmen, hätten ihn wohl auch nicht bekommen, da Ordnungsbehörden bereits eingeschaltet waren. Erst nach und nach habe ich einen Teil der Vorgeschichte dazu erfahren und konnte so das Verhalten des Junghundes besser verstehen. (Bericht von mir: "Gedanken zur Tötung einer jungen Dogge" ) WOLLES ist noch im Tierheim getötet worden. Er hatte keine Chance.


Mitte März 2009 meldete sich eine Frau, die ihren "so geliebten" TAIFUN ganz dringend abgeben wollte. Dieser gerade 2jähr. Rüde sei unverträglich mit anderen Hunden, habe keine Hundeschule besucht, sie merke nun, dass er ihr entglitten sei. Jetzt habe er nach einem Menschen gebissen und nun müsse er weg. Nach mehreren Telefongesprächen mit der Hundehalterin berichtet mir diese, dass sie jetzt ihren TAIFUN in eine "Ausbildungsanstalt" für Hunde geben wolle, dort solle er in drei Monaten lernen zu "funktionieren". Ich wies sie ausdrücklich darauf hin, dass das den Abbruch der Beziehung zwischen ihr und dem Jungen Hund bedeuten würde. Der Kontakt zu Frau R. reißt ab, sie wendet sich an den Doggenschutz.


März 2009 Eine Frau aus Berlin berichtet von einer Freundin aus Russland, die eine junge Doggenhündin hält, die ca. 10 Stunden am Tag allein bleiben muss. Die Gespräche um diese DEMI ziehen sich über fast 4 Wochen hin, Rosi ist bereit, die Hündin zu übernehmen. Dann Abbruch der Gespräche. Es fehlte eine exakte Wohnadresse.


April 2009 Herr S., er hat einige Monate zuvor die Grautigerhündin JETTE von uns bekommen, teilte uns mit, dass er sich von seiner Partnerin trennen und deshalb in eine kleine Wohnung ziehen müsse. Er beklagte die anhaltende Unverträglichkeit von JETTE gegenüber allen anderen Hunden, man könne mit ihr nicht mehr spazieren gehen. Alle Trainingsversuche seien fehlgeschlagen, hätten aber viel Geld gekostet.


Wir holen die Hündin Tage später aus Hamburg ab und bringen sie Rosi entgegen. Dort wird erkennbar, dass JETTE hochgradig scheinträchtig ist und einer medizinischen Behandlung bedarf. Diese Scheinträchtigkeit und die damit verbundene Wesensveränderung der Hündin ist von Frau B und Herrn S., die vorgaben, so viel Hundeerfahrung zu haben, nicht erkannt worden.


April 2009 Herr W. will seinen 4jährigen ROMEO abgeben wegen seiner Übersiedlung ins Ausland. Er habe ROMEO vor 2 Jahren aus einem "Tierheim" an der polnischen Grenze geholt.


ROMEO erweist sich als extrem unverträglich, wir haben keine Pflegestelle für ihn, er wird vom Doggenschutz übernommen.


April 2009 Frau L. will ihre junge Hündin SAMIRA (11 Monate) ganz schnell an uns abgeben. SAMIRA sei unerzogen, komme nicht zurück, wenn sie ohne Leine läuft, bellt Besucher an und bedroht die Kinder (4/8/10). Sobald wir der Frau L. die Möglichkeit einer Pflegestelle genannt haben wird SAMIRA innerhalb von wenigen Stunden mehr als hundert Kilometer zu Frau Bee gebracht. So dringlich war das Bemühen, die Hündin loszuwerden.


15.4.09 Nachricht von Herrn K.: AIKA ist gestorben.


An AIKA habe ich viele intensive Erinnerungen, ich habe sie vor jetzt fast zehn Jahren mehrfach weite Strecken gefahren und viel von dieser Hündin gelernt (siehe Bericht).


Herr K. wird einige Wochen später von uns JETTE bekommen.


April 2009 Die Leiterin und engagierte Tierschützerin der Tierhilfe Wendland/ Frau Konopatsch hat den ca. 3jähr. Doggenrüden CLAUSI aufgenommen und bittet um Hilfe. CLAUSI ist ein "Fundhund", sehr abgemagert und voller extremer Verlassenheitsängste.


Wir suchen intensiv nach einer Pflegestelle für diesen Rüden, der keinen Augenblick ohne die Nähe seiner Bezugsperson Fr. K sein kann, finden aber so schnell keinen geeigneten Platz. In den nächsten Tagen muss CLAUSI wegen seiner Kreislaufprobleme in eine Tierklinik gebracht werden und soll dort eine Nacht bleiben. Er bricht zusammen und stirbt, das konnte sein "Doggenherz" nicht mehr verkraften.


Juni 2009 Der Rüde SCHRÖDER steht wochenlang zur Vermittlung auf unserer HP. Der Hundehalter will ihn abgeben nach der Trennung von seiner Partnerin. SCHRÖDER muss zu dieser Zeit bis zu zehn Stunden allein in einer kleinen Wohnung bleiben. Trotz vieler Anfragen kommt die Vermittlung nicht zustande. Oft reißt der Kontakt wochenlang ab. Von einem Interessenten erfahre ich, dass dieser den Doggenrüden gesehen hat, der in einem sehr schlechten Futter- und Pflegezustand gewesen sein soll. Deshalb habe er ihn nicht genommen. Wir als Doggen-Nothilfe erhalten keine Chance, ihn in eine Pflegestelle aufzunehmen, da er uns nicht überlassen wurde. Monate später erreicht uns die Nachricht, SCHRÖDER sei getötet worden.


Okt. 2009 Frau K. will ganz dringend ihren Junghund ROCKY (9Monate) abgeben. Wenige Wochen zuvor hatte sie bei mir angerufen und ihr Interesse an einer jungen Hündin ohne Grunderziehung, die auf unserer HP ein Zuhause suchte, zum Ausdruck gebracht. Dabei hatte sie mir schon von ROCKY und den Erziehungsproblemen erzählt und ich habe ihr sehr deutlich gesagt, dass wir keine zweite junge Dogge zu ihrem unerzogenen Junghund geben würden. Jetzt soll ROCKY ganz schnell weg, er greife andere Hunde an, mache alles kaputt und gehe durch alle Zäune. Eine Hundeschule habe sie nie mit ihm besucht.


In diesen Tagen hatte Frank Kuhrt zu uns Kontakt aufgenommen und seine Hilfe angeboten. Frank erfährt, dass der als schwierig geltende blaue Rüde FINN aus Berlin dringend aufgenommen werden muss. Frank holt diesen Rüden zu sich als Pflegehund und berichtet mir, dass sich die Verhaltensprobleme dieses Hundes als schnell behebbar erwiesen haben. ROCKY wird von einem Menschen, der schon länger ausgiebig zu uns Kontakt hatte und von Frank Kuhrt überprüft wurde, übernommen und nach 2 Tagen an Frank Kuhrt gegeben wegen "Wildheit und Unerzogenheit" des Junghundes. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich Frank bereits entschlossen, den FINN für immer zu behalten. Der "Rüpel" ROCKY ist durch die Mithilfe des Bruders von Frank (Hundetrainer) und einiger gut sozialisierter erwachsener Hunde innerhalb von wenigen Tagen ein ganz normaler Junghund geworden. Dann wird erkennbar, dass ROCKY krank ist. In einer guten Klinik wird festgestellt, dass Teile seiner Blase festgewachsen sind (unklare Verursachung) und aufwendige Operationen notwendig machen. Frank zieht für mehrere Tage in eine Tierklinik, um während der Behandlung Tag und Nacht bei seinem Junghund zu sein. Was für eine großartige Haltung eines Menschen gegenüber seinem Hund.!Natürlich darf auch ROCKY bei seinem Menschen bleiben.


Oktober 2009 Ein Tierarzt aus der Umgebung von Salzgitter meldet sich bei Rosi und bittet um Hilfe bei der Vermittlung von neun Doggenwelpen und der Mutterhündin. Diese Doggen müssten als Folge behördlicher Verfügungen abgegeben werden. Wir sagen unsere Hilfe zu und suchen nach geeigneten Menschen für diese Hundekinder und die Hündin. Das Ausmaß dessen, was sich da in einem kleinen Ort im Zusammenhang mit einer Doggenhalterin (insgesamt 5 Doggen) und der Dorfbevölkerung wohl schon seit längerer Zeit abspielt, wird erst allmählich erkennbar. Ich engagiere mich wochenlang in dieser Angelegenheit, da mir die behördliche Willkür (?) gegenüber dieser Doggenhalterin doch unangemessen erscheint. Auf unserer HP ist über längere Zeit mein Text "Moderne Hexenjagd gegenüber Frau mit Doggen" zu lesen. Es gab eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts, dass diese Frau nur zwei Doggen bei sich behalten darf, also noch zwei Rüden abgeben muss. Inzwischen sind alle Welpen und die Mutterhündin vermittelt, mit unseren Verträgen. Alle Schutzgebühr ist an Frau H. gegangen. Zwei Rüden (CARUSO und DUBAI) mussten Mitte Januar 2010 in eine Pflegestelle gegeben werden, die wir nicht kannten. Erst 8 Wochen später konnten wir Pflegeplätze bei Rosi anbieten. Zu diesem Zeitpunkt sah ich die beiden Hunde erstmals. Beide Doggen waren in einem sehr schlechten Pflegezustand, der erkennbar schon jahrelang angehalten haben muss. Die Liegeschwielen von DUBAI, seine vielen kleinen Bissverletzungen, die Verhornung der Haut im Halsbereich (ein zu enges Halsband) und ein extrem starker Geruch (wie bei Zwingerhunden) wiesen auf eine jahrelange Vernachlässigung hin.


Der fast neunjährige CARUSO wurde von Rosi alsbald in der Tierarztpraxis in Greifswald vorgestellt und es ergab sich die Diagnose einer schweren Herzerkrankung (DCM) und einer stark vergrößerten Milz und Leber. Seine Lebenserwartung wurde nur noch auf wenige Tage geschätzt. Obwohl beide Hund zu diesem Zeitpunkt bereits in das Eigentum der Doggen-Nothilfe übergegangen waren, benachrichtigten wir die ehemalige Doggenhalterin, um ihr die Möglichkeit zu geben, von ihrem alten Rüden CARUSO Abschied zu nehmen. Wir erhielten von ihr weder die Zustimmung zu seiner Euthanasie noch hielt Frau H. ihre Zusage ein, zu ihm zu kommen. CARUSO stirbt in den Armen von Rosi.


Diese Erfahrungen haben dazu geführt, dass ich alle meine Kontakte und Hilfsangebote gegenüber Frau H. sofort abgebrochen habe. DUBAI lebt jetzt bei uns, er ist unvermittelbar und wir wollen ihn auch nicht mehr hergeben. Eine vereiterte Liegeschwiele wurde operiert. Eine jahrelang bestehende OCD in der Schulter und erhebliche Gelenkprobleme der Hinterhand führen dazu, dass DUBAI (er ist gerade 7Jahre geworden) ständig auf Schmerzmittel angewiesen ist. Dieser Rüde hat eine Zuchtzulassung und ist im letzten Jahr als Deckrüde eingesetzt worden, wo er all seine genetisch fixierten Gelenkprobleme an die Hundekinder weitergeben konnte.


September 2009 KIRA wird im TH abgegeben (Frau H. hatte wenige Tage zuvor mit mir gesprochen, mir Bilder und Text geschickt für unsere HP, um ein neues Zuhause für diese Hündin zu suchen. Dann die Nachricht, dass die Hündin in einem sehr schlechten psychischen und physischen Zustand im TH anonym abgegeben wurde.


September 2009 Frau B. bittet um Hilfe: sie hat ihre Hündin AMY vor einigen Monaten an eine Familie gegeben, die sie per Internet gesucht hatte. Nun habe sie die Information erhalten, dass es AMY nicht gut geht. Die Familie S. sei telefonisch nicht mehr zu erreichen. Für uns versucht Herr Heiden dorthin Kontakt zu bekommen.


Dezember 2009 wir erfahren, dass AMY elf Welpen von dem Labrador der Familie S. hat. Viele Versuche von uns über Vertreter des Veterinäramtes die Hündin und ihre Welpen dort herauszuholen bleiben erfolglos. Tagelange Bemühungen, eine Pflegestelle für die Welpen zu finden, viel Hilfsbereitschaft seitens eines Welpenwaisenhauses in NRW, aber keine Unterstützung durch die Amtstierärztin.



Dezember 2009 Herr E. will seine Hündin, die er vor wenigen Tagen über das Internet gekauft hat, abgeben. Grund: sie sei krank, Durchfall, entzündete Augen, das verursache so hohe Tierarztkosten, "diese Hündin springt den Kindern ins Gesicht, da liegt ein genetischer Defekt vor" Wir holen die Hündin dort in der angegebenen Adresse ab und Ilka bringt sie zu Rosi. Sie wird LILLIFEE genannt. LilliFee hat eine MagenDarmInfektion und benötigt einige Zeit Diätfutter. Jetzt ist sie eine ganz gesunde Junghündin und hat ein liebevolles und anregungsreiches Zuhause gefunden.


Dezember 2009 Frau K. will sofort ihren KONRAD (18 Mon.) abgeben, er habe ein Schaf totgebissen. Wir erinnern uns, dass Frau K. vor etwa zwei Jahren schon einmal eine junge Dogge(LUDWIG) an uns gegeben hat, da sie diesen jungen Rüden ebenfalls als nicht mehr kontrollierbar erlebte. Damals war die Hundetrainerin an uns herangetreten.


KONRAD wird zu Rosi gebracht. Er ist ängstlich und unterwürfig, wirkt wie ein deutlich jüngerer Hund. Für KONRAD haben wir Menschen gefunden, die mit ihm leben wollen.


Januar 2010 DUKE Frau E. ruft verzweifelt an, dass sie ihren Doggenrüden DUKE abgeben muss, da dieser zunehmend dominant in der Familie sei und sie mit ihm nicht mehr auf die Straße gehen könne, er stürze sich auf jeden anderen Hund. Wir finden einen Trainer (Frau Schoone (DEHRA)) für eine Erziehung dieser Dogge und fachkundige Anleitung der Hundeführerin.


Die Doggen-Nothilfe übernimmt die hohen Trainingskosten von über 800 EURO.


Noch im Januar wird DUKE in einer Klinik in Oldenburg kastriert, er musste mit dem Betäubungsgewehr sediert werden, da er sich weder von seinem Frauchen noch von den Tierärzten anfassen ließ. In der Narkose wurde ein HALTI angelegt und eine Schleppleine am Halsband befestigt. Die Doggen-Nothilfe bezahlt die OP-Kosten.


Der Trainingserfolg ist eindrucksvoll: schon nach wenigen Tagen sagt Frau E. "mein Hund ist verändert, ich kann mit ihm wieder spazieren gehen, wenn auch zunächst nur mit Trainer". Wochen später ist Frau. E. allein mit DUKE unterwegs und ab Sommer wird sie in der Hundeschule in einer Gruppe mit DUKE mitarbeiten. Dieses Erziehungsprojekt für DUKE war ein Experiment, das uns viel Geld gekostet hat, aber es hat sich gelohnt. Und durch den Erfolg wurden uns Wege aufgezeigt, wie ein unerzogener Rüde bei entsprechender Mitarbeit des Hundehalters und unter Anleitung eines kompetenten Trainers in seinem Zuhause verbleiben kann. Mir scheint das eine sehr tierschutzgerechte Lösung zu sein, allerdings könnten wir derzeit nicht noch einmal so viel Geld für eine derartige Maßnahme aufbringen.


Januar 2010 Hilferuf: eine Doggenhündin WANKIE muss sofort ihren bisherigen Lebensraum verlassen, da ihr "Herrchen" gestorben ist. Die Hündin soll nie diesen Lebensbereich (wohl eine Art fensterlosen Schuppen) verlassen haben und niemand könne sie anfassen. Es gelingt mir nicht innerhalb von Stunden einen Platz für diese Dogge zu finden. So wird WANKIE vom TH FL aufgenommen, sie muss mit dem Betäubungsgewehr sediert werden, da sie kein Halsband trägt und sich aggressiv gegenüber Menschen verhält. Ilka und ich besuchen diese Hündin zweimal im TH in Flensburg und nehmen Gesprächskontakt zum Tierheimleiter auf. WANKIE wirkt auf mich schwer traumatisiert. (siehe mein Text dazu). Wir beteiligen uns an den Kosten für WANKIE und sind um Vermittlung bemüht. Durch ein Inserat in einer Regionalzeitung versuche ich "Kontaktpersonen" für WANKIE zu finden, die sie regelmäßig im TH besuchen. Als ich diese gefunden hatte, erhielt ich die Nachricht, dass WANKIE vermittelt sei. Kurz danach wurde mir die Information zugetragen, dass diese Hündin im TH eingeschläfert worden sein soll. Der Tierheimleiter tritt dem energisch entgegen, die Hündin lebe in Dänemark bei Menschen, die sie von früher her kennen.


Februar 2010 FINJA wird abgegeben und von Frau Bee als Pflegehund aufgenommen. FINJA ist 4 Monate jung und soll "gebissen" haben. Der Mann, der sie unbedingt loswerden wollte hatte Angst vor ihr.


In der fachkundigen und liebevollen Obhut von Frau Bee und ihren gut sozialisierten erwachsenen Hunden konnte sich FINJA zu einem lebensfrohen Junghund entwickeln. Sie hat ein wunderschönes Zuhause bei Hamburg gefunden.


März 2010 Eine Frau ruft verzweifelt an, weil sie ihren jungen Rüden CONNOR (16Monate) nicht behalten kann. Er habe nach einer fehlerhaften "Sedierung" bei einem Tierarzt epileptische Anfälle, die mit Medikamenten nicht mehr zu kontrollieren seien. Sie habe behinderte Pflegekinder und sehe diese gefährdet. Ich kann nicht helfen.


März 2010 im Berliner TH ist eine Doggenhündin, die aufgefunden wurde. Sie leidet sehr unter den Lebensumständen im Tierheim und beginnt sich selbst zu verletzen. Rosi nimmt diese schwarze Hündin auf und ADDELY beginnt sich zu erholen, psychisch und physisch.


Juni 2010 Frau W. hat drei Welpen im Alter von neun Wochen übers Internet gekauft. Eine Hündin ist verletzt und sie kann deren Behandlung nicht finanzieren. Wir übernehmen diese Hündin LIFE und geben sie zu Frau Muche in Nauen b. Berlin in Pflege. Inzwischen ist die kleine Hündin in der Uniklinik in Berlin vorgestellt worden und wird weiterhin tiermedizinisch dort versorgt. Es liegt ein bereits verheilter Trümmerbruch einer Hinterpfote vor, Schäden am Ellenbogen und an der Wirbelsäule. Die Ursachen der Verletzung sind uns nicht bekannt, auch ist eine einigermaßen zuverlässige Voraussage der vollständigen Heilung dieser Hündin nicht möglich.


Juni 2010 Rosi holt DARKER aus einem Tierheim (s. Bericht)


DARKER ist nach wochenlangem Umherirren an der Autobahn 20 in M.-V. von engagierten Menschen eingefangen und in ein TH gebracht worden. Dort hatten die Mitarbeiter Angst vor dem aggressiv wirkenden Rüden und Rosi wurde benachrichtigt. Sie hat ihn zu sich geholt und inzwischen sind seine komplizierten Schulterverletzungen in Greifswald operativ versorgt worden. Auf den Bildern sind die erheblichen Fehlstellungen der Dogge, wohl als Folge von Aufzuchtsfehlern, sichtbar. Es ist derzeit nicht vorhersehbar, wie der Heilungsprozess bei DARKER verlaufen wird. Sicher aber ist, dass es sich um eine alte Schädigung/Verletzung des Gelenkes handelt.


Abschließend ist es mir wichtig, darauf hinzuweisen, dass ohne die engagierten Menschen, die zum engen Kreis der Doggen-Nothilfe gehören, unsere Arbeit nicht hätte geleistet werden können. Wir konnten die berichteten geglückten Hilfsprojekte für in Not geratene Doggen nur mit der tatkräftigen Mitarbeit dieser wenigen Menschen realisieren. An vorderster Stelle ist hier Rosi Kehler mit ihrem Engagement und ihrer Fachkundigkeit zu nennen, die seit Jahren immer wieder unsere Not-Doggen in ihre Obhut nimmt. Auch die Doggen, die als "schwierig" und "gefährlich" eingestuft worden sind, finden bei Rosi Zuflucht und ohne ihr Eintreten würde es für diese Hunde nahezu keine Chance für ein lebenswertes Weiterleben geben.


RAMON war einer dieser Doggen, die Rosi erst nach wochenlang sich hinziehenden Gesprächen mit Tierheim und Behörden bei sich aufnehmen durfte. RAMON galt als "gefährlich" und Rosi hat immer so liebevoll von ihm berichtet, von diesem Rüden, der so verunsichert und gestresst zu ihr kam und dann allmählich seinen eigentlichen Doggencharakter zeigte. Tragischerweise ist RAMON ganz plötzlich (wohl an Herzversagen) gestorben. Rosi ist im Berichtszeitraum unzählige Male mit kranken Doggen zu den Tierärzten in Greifswald gefahren, sie hat die frisch operierten Doggen wieder mit nachhause genommen, hat die Patienten in ihrem Schlafzimmer liegen lassen, um sie einigermaßen unter Kontrolle zu haben.


Wir danken Sabine und Horst Krause ganz herzlich für ihre tätige Hilfsbereitschaft. Sabine hat die schwierige Aufgabe übernommen, meine eher chaotische "Buchführung" in geordnete Bahnen zu lenken.


Frau Ruge veranstaltet jährlich einen Weihnachtsbazar mit ganz viel übers Jahr verteilten Vorbereitungen und wir - die Doggen-Nothilfe - werden großzügig am Erlös dieses Bazars beteiligt. Dafür und für die Futter-und Geldspenden ein ganz herzliches Dankeschön.


Lydia ist mir seit Jahren Gesprächspartnerin für schwer lösbar erscheinende Tierschutzfragen und um uns gegenseitig unsere Betroffenheit, Verzweiflung und Wut wegen des Umgangs der Menschen mit Tieren zum Ausdruck zu bringen. Sie ist es auch, die uns immer wieder Geldspenden zukommen lässt und Tierarztrechnungen, unter denen wir zu ersticken drohen, bezahlt. Hab vielen lieben Dank, Lydia.


Es gibt noch einige andere uns ganz wichtige Menschen, die uns mit Rat und Tat unterstützen und auf deren Hilfsbereitschaft wir hoffen können, da ist Peter Schönke in Berlin, unser so wichtiger "Verbündeter" in dieser Region und da ist der schon mehrfach genannte Frank Kuhrt.. Frau und Herr Sokolowski haben für Wochen die Mutterhündin mit einer Welpin aufgenommen und dann die Vermittlung in ein neues Zuhause mitgestaltet. Wenn immer wir Hilfe brauchen, können wir dort auf Unterstützung hoffen. Wilfried Heiden ist im letzten Jahr viele Male weite Strecken gefahren, um ein Zuhause zu überprüfen und/oder eine Dogge von einem Ort zum anderen zu transportieren. Ihnen allen gilt unser Dank


Hier noch als "Anhang" eine Sammlung von Aussagen/ Fragen / Schilderung des Lebensumfeldes von Interessenten und anschließend einige der immer wieder genannten Gründe für die Abgabe einer Dogge:


Fragen von Interessenten:


? "typische"Ausgangssituation:


Vorhanden: 11Wochen junges Menschenbaby und 11monatiger Rüde (ohne


Grunderziehung)


Jetzt wird ein weiterer Junghund gewünscht.


? Begründung für den Wunsch eine Dogge haben zu wollen: Freundin hat Dogge, die sehen


so gut aus


? beim ersten Besuch erkennbar: Menschen und Hunde stark übergewichtig


? es gibt ein "Hundezimmer"


? Hund wird mit ins Büro oder Geschäft genommen( ca. 8 bis 10 Std. täglich hinter dem


Tresen )


? "Resthof", Pferde-Betrieb, "Diele als Schlafraum für Dogge"


? eine Frau, die bereits eine taube Doggenhündin von uns hat, erzählt am Telefon: "wenn


ich weg bin (so ca. 3Std.) dann sind die Hunde in der Scheune mit großem Auslauf".


Gleichzeitig beklagt Frau W., dass AMANDA (eine taube Hündin von uns) nicht stubenrein


sei. Wir holen die Hündin wieder dort ab und suchen ein passenderes Zuhause.


? Pflegestellenangebot: Wohnung im 4. Stock, Mann hat "security"Ausbildung und


will Dogge dort hin mitnehmen


? Haus gemietet, Garten nicht sicher eingezäunt, vier Kinder im Alter bis 6 Jahre, keine


Hundeerfahrung,


? Kein Garten, aber "großer Park in der Nähe"


? alleinerziehende Mutter, arbeitet den ganzen Tag, 13jähr. Kind ab Mittag zuhause, soll


dann die Dogge ausführen


? Hundehalterin kann nicht einschätzen, ob eigene Hündin scheinträchtig ist (Hündin frißt


kaum noch, wirkt matt war kürzlich läufig), Wesensveränderung, kann Hündin nicht mehr


an der Leine halten, wenn ein anderer Hund zu sehen ist.


? der Mann einer Frau, die eine Hündin von uns haben will stört sich am hängenden


Gesäuge der Hündin "dieser Anblick ist ja nicht zumutbar"


? eine der ersten Fragen: "sabbert die denn?"


? Ein Interessent für eine unserer Dogge berichtet am Telefon, er habe seine Doggenhündin


verloren. Auf intensives Nachfragen von mir, erfahre ich, dass hier eine Magendrehung


nicht erkannt worden ist. Die Hündin schlief im Schlafzimmer, wurde unruhig und ging


wohl nach unten und blieb dort. Am nächsten Morgen war sie schon so schwach, dass


keine


Rettung mehr möglich war, der Hundehalter versuchte noch vergeblich seinen


Haustierarzt zu erreichen.


? Interessenten fragen am Telefon: "Was können Sie denn so anbieten?" Ich frage dann


zurück, was sie unserer Dogge zu bieten haben, und dann erfolgt oft ein Abbruch des


Gesprächs. Auch die gleich am Anfang gestellte Frage " Was soll denn so ein Hund kosten?


führt in der Regel zu einer Beendigung des Gesprächs.


Gründe für Abgabe:


? Trennung vom Partner, Arbeitsverlust, Umzug in Wohnung, veränderte Arbeitszeit


? Hunde in der Familie beißen sich (haben schon Nylon-Schnauzenklemme gekauft und


halten Hunde getrennt)


? Dogge hat Frau gebissen, Mann wird angeknurrt, Hund ist jetzt in einem Zimmer


eingesperrt, unerzogen, war in keiner Hundeschule, Grunderziehung fehlt.


? junger Rüde, wild und unerzogen (8 Monate), bleibt nicht allein, macht alles kaputt


? Rüde, 2Jahre, Lebensgefährte kann den Hund nicht mehr an der Leine halten, wenn ein


anderer Hund auftaucht, er "wirft sich dann auf die Dogge" oder "bindet ihn am Baum


an"


? fast 7 jährige Doggenhündin, unverträglich mit allen anderen Hunden, keine


Grunderziehung


? Hündin (ca. 10 Monate jung)ist krank, vor wenigen Tagen über das Internet gekauft.


der Mann macht seiner Frau den Vorwurf, dass sie diese Hündin vom Verkäufer überhaupt


mitgenommen habe, da sie offensichtlich krank war. "ich wollte sie schon einschläfern


lassen"


? junger Rüde (18 Monate) hat angeblich ein Schaf gerissen


"Hund muss weg" "ich muss auch an mich denken" "Was denken denn die Leute von mir"?


Eva Bergemann-Gorski Postfeld, den 10. Juli 2010


by Lydia Muus E-Mail        

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