Erinnerungen
DarkerSonntag 31.Oktober.2010 21.17

 


So stand die Geschichte von DARKER wochenlang auf unserer Home Page:


Anfang Juni erhielt Rosi Kenntnis davon, dass in einem Tierheim in ihrer Nähe von der Polizei ein Doggenrüde abgegeben wurde. Diese Dogge war zuvor tagelang an der A20 in Mecklenburg-Vorpommern herumgeirrt und es gelang dann mühsam ihn mit einer Schlinge einzufangen. Die Tierheimmitarbeiter erkannten schnell, dass die dortigen Gegebenheiten gänzlich ungeeignet für eine Dogge waren, so erwies sich der Durchstieg vom Auslauf zum Schlafplatz als zu klein und es kam hinzu, dass alle Menschen dort Angst vor diesem aggressiv erscheinenden Rüden hatten. So fuhr Rosi am nächsten Tag dorthin und berichtete mir später, dass dieser Hund sehr gestresst wirke, trotzdem habe er durch das Gitter hindurch aus ihrer Hand ein Leckerli genommen. Und Rosi beschloss, diesen ausgesetzten und nun heimatlosen Rüden mit zu sich in die Pflegestelle zu holen. Und Rosi, diese engagierte und hundekundige Frau hat es geschafft, ihn in ihr Auto zu locken. „Ohne meine Hündin wäre es nicht geglückt“ hat sie mir später erzählt. Schon am folgenden Tag in Rosis Pflegestelle hat der blaue Rüde sich ihr gegenüber freundlich gezeigt und er ließ sich von ihr anfassen ohne irgendeine Form von Aggressivität zu zeigen. Doch jetzt wurde sein Lahmheit vorn immer deutlicher, die eine Vorderpfote konnte nicht angehoben werden und schleifte kraftlos auf dem Boden. Eine gründliche tierärztliche Untersuchung hat inzwischen ergeben, dass ein (wahrscheinlich alter) Schultergelenkschaden vorliegt, der dringend operiert werden muss. Ein OP-Termin ist schon vereinbart. Auf den Fotos ist zu erkennen, dass dieser arme Rüde, er wird auf drei Jahre geschätzt, erhebliche Stellungsfehler der Gliedmaßen aufweist, wohl infolge von Aufzuchtfehlern. Rosi hat viele mögliche Namen bei diesem Pflegehund ausprobiert und ist einigermaßen erfolgreich mit „DARKER“ gewesen. So soll er nun heißen. Wir wissen nichts von seinem bisherigen Leben, er ist natürlich nicht gechipt und trug auch kein Halsband. Aber Menschen, die sich seiner so entledigt haben (es gibt keinerlei Suchmeldungen) sind sicher keine Menschen gewesen, die ihm ein wirkliches Zuhause geboten haben. Also ist anzunehmen, dass er sein Leben bisher ohne Zuwendung und Fürsorge verbringen musste. Welch eine traumatische Erfahrung muss es für einen Hund – für dieses hochorganisierte soziale Wesen –bedeuten, von seinen Menschen, von denen er abhängig ist, so in Stich gelassen zu werden.


Nun ist DARKER tot.


Wieder einmal konnten wir das Leben einer jungen Dogge nicht retten. Rosi Kehler, die den ausgesetzten Rüden aufgenommen und „aufgepeppelt“ hat, versuchte von Woche zu Woche immer wieder ein wenig Hoffnung aufzubauen, dass es doch noch gelingen könnte, einige lebenswerte Zeit für DARKER zu erreichen. Doch sein Gesundheitszustand verschlechterte sich ständig und in Zusammenarbeit mit den bewährten und engagierten Tierärzten aus Greifswald entschlossen wir uns, ihn sterben zu lassen.


Ein herzliches Dankeschön an Rosi für ihre unermüdliche Mühe und an Lydia vom Doggenschutz , die monatelang alle Tierarzt und Futterkosten für DARKER getragen hat.


by Lydia Muus E-Mail        

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