Vermittelt
FinjaSonntag 12.Dezember.2010 12.40

Im März erhielt ich einen Telefonanruf von einem Mann, der mir sagte, er müsse seine junge Dogge ganz schnell abgeben, da diese Angst vor den Kindern habe. Er käme mit diesem Hund, den er wohl über das Internet von einem sogenannten „Schwarzzüchter“gekauft hatte, nicht zurecht. Außerdem hätte die Hündin auch ihn schon „gebissen“ und er habe Angst vor ihr. Erst dann fragte ich nach dem Alter des Hundes, FINJA war damals vier Monate jung, also gerade im beginnenden Zahnwechsel. Menschen, die von ihrem Welpen beklagen, dass dieser sie beißen würde, sollten keinen Hund aufziehen. Innerhalb eines Tages konnten wir FINJA dort wegholen in eine Pflegstelle. Anfangs zeigte sich dieses Hundekind dort recht verunsichert und ängstlich, aus dieser Grundstimmung heraus knurrte und bellte sie alles Fremde an.


Zwei Monate später konnten wir FINJA auf unserer Internetseite unter der Rubrik: „Zuhause gesucht“ mit folgendem Text anbieten:
FINJA Die sechsmonatige Hündin ist derzeit in einer Pflegestelle (Raum Stade), in der sie die Möglichkeit hat, vertrauensvolle Kontakte zu Menschen und anderen Hunden zu gestalten. Sie hat inzwischen grundlegende Benimmregeln der Menschen und Hundewelt gelernt. FINJA ist alterstypisch spielfreudig und agil und doggentypisch menschenbezogen und sensibel. Es sollten sich nur Menschen melden, die ausreichend Hundeerfahrung, Zeit, Platz und Geld haben, um einen so anspruchsvollen jungen Hund wie eine Dogge aufzuziehen. Die Menschen, die FINJA ein Zuhause geben wollen, müssen bereit sein zu liebevoller und konsequenter Erziehung und zur Teilhabe der Hündin am Leben der Menschen. Haus und ein eingezäunter Garten sind selbstverständlich und der Besuch einer Hundeschule wäre erwünscht. FINJA kann derzeit höchstens 2 Stunden allein gelassen werden, vielleicht ist das schon zu viel. Wo sind die Menschen, die diese Hündin mit auf ihren Lebensweg nehmen?
Eva Gorski


Nach der ersten Nacht in der Pflegestelle schrieb Frau B.
Hallo liebe Frau Gorski ich wollte Ihnen kurz von Finjas erster Nacht berichten. Alles läuft soweit gut. Sie ist natürlich immer auf der Suche nach Futter und frißt auch ihren eigenen Kot, wie die Vorbesitzer berichteten. Gestern hat sie dann relativ schnell Ruhe gefunden und sich in den Korb unserer Hündin gelegt. Fressen tut sie gut und scheint soweit recht gesund zu sein. Um die Augen hat sie relativ wenig Fell. Ich werde das noch etwas beobachten und sie ggf. noch wegen Milben untersuchen lassen. Sie kratzt sich aber ansonsten nicht übermäßig und hat auch sonst keine kahlen Stellen. Heute rief mich Herr S. noch einmal an und fragte, ob man (also wohl er) nicht doch mit dem Hund arbeiten könne, damit sich das Verhalten bessert. Ich habe ihm davon abgeraten, denn natürlich kann man daran arbeiten, aber ja nicht in seiner Situation und mit 3 kleinen Kindern. Ich hoffe er hat es jetzt auch wirklich eingesehen. Umso besser, dass wir den Vertrag ausgefüllt haben. Ich habe vorhin schnell ein paar Bilder gemacht, damit Sie schon mal einen Eindruck von der kleinen Maus bekommen.


In der Pflegestelle bei Frau B. hatte FINJA viele Anregungen, um die Umwelt zu erkunden und Möglichkeiten unterschiedliche Hunde zu treffen, um Regeln des Hundeverhaltens zu lernen. Als wir überlegten, ob und wie wir nach einem Endzuhause suchen sollten, schrieb Frau B.
Liebe Frau Gorski generell ist es denke ich für Finja schon gut, einen weiteren Hund dabei zu haben. Ich kann noch nicht beurteilen, wie sie sich bei zwei Hündinnen einfügen würde. Sie hat hier nach wie vor viel Kontakt zu anderen und probiert natürlich schon das ein oder andere aus. Insgesamt ordnet sie sich aber gut ein und ggf. unter. Auch bei unseren beiden Hunden gibt es nach wie vor keine Probleme. Finja akzeptiert die Zurechtweisungen und ihren Status in unserem kleinen Rudel. Ich denke Kinder sind für Finja generell auch kein Problem. Sie ist Fremden gegenüber inzwischen recht aufgeschlossen, da ichsie immer viel Kontakt zu Kunden haben lasse. Hin und wieder verbellt sie noch den ein oder anderen, entscheidet sich aber dann schnell für dieStreicheleinheiten.



Ein Bild aus der Pflegestellen-Zeit


Es meldeten sich mehrere interessierte Menschen, die aber nicht unseren Anforderungen entsprachen. Dann nahm Frau Viquez. zu uns Kontakt auf und wollte so gern Finja zu sich aufnehmen Das ist die erste Begegnung in der Pflegestelle. Und nur wenige Tage später (nachdem wir das neue Zuhause überprüft hatten) durfte FINJA zu ihren neuen Menschen ziehen.


Frau B. mailte an uns:
Finja ist gerade abgereist und gern mitgegangen. Frau Viguez kam mit Ihrem Bruder und dessen Freundin (auch das zeigt ja das große Interesse an Finja). Wir haben noch einige Dinge besprochen und ich habe Futter mitgegeben. Frau Viguez hat sich herzlich und überglücklich bedankt und wird uns bei Gelegenheit Fotos von Finja und ihrem neuen Freund Benny schicken. Wir haben sie zwar ungern her gegeben, aber wissen auch, dass es ihr dort gut gehen wird. V.a. für viele Streicheleinheiten ist gesorgt. Also hat auch Finja ein schönes Zuhause gefunden und wir freuen uns mit ihr. Ihnen erst einmal weiterhin alles Gute und viele solcher Erfolge bei Ihrer Arbeit!



FINJA in ihrem neuen Zuhause mit ihrem Hundefreund BENNY


Es besteht weiterhin ein enger Kontakt zwischen uns und FINJAS neuer Familie Auszüge aus den Berichten der Frau Viquez: Mail vom 21.06.2010
Hallo Frau Gorski, Finja ist für mich, meine Familie und meinen Rüden Benny eine riesen große Bereicherung!! Sie ist ein wundervoller Hund...!! Ich möchte mich, und im Namen meiner ganzen Familie und meinem Rüden Benny, vom ganzen Herzen bedanken, dass Sie uns ermöglicht haben, die Maus Finja zu bekommen. Ich kann nur schwärmen von ihr. Sie ist ein Traum von Hund. Vom ersten Tag an hat sie sich wohlgefühlt. Alles wurde neugierig betrachtet. Das Schlafen im Bett findet sie besonders klasse. Sie holt sich den lieben lang Tag sämtliche Streicheleinheiten ab, animiert Benny zum Spielen und könnte den ganzen Tag essen (wenn es nach ihr ginge). Auf dem Sofa wird dann Mini-Hund gespielt, denn die Dame möchte auf dem Schoss liegen (soweit man es Schoss nennen kann, bei der Größe). Das Spazierengehen klappt wunderbar. Sie hört, sie entfernt sich nicht weit von einem und gebadet wurde auch schon (Benny badet gern, und alles was er macht, wird natürlich auch gemacht). Zu allem und jeden ist sie absolut lieb und aufgeschlossen. Mein Pferd Tyson hat sie am Wochenende auch schon kennengelernt. Den findet sie klasse. Das besondere an ihr ist, wenn sie was interessant findet, rennt sie nicht gleich wie eine Verrückte darauf zu, sondern es wird langsam begutachtet und dann als gut befunden. Mein Pferd fand die Art super und die beiden haben Nase an Nase geschnüffelt. Süßes Bild war das...! Finja hat ja schon am Donnerstag, beim ersten Treffen, die Herzen von meiner Familie, Benny und mir erobert, aber eins möchte ich noch hinzufügen: Diese Maus geben wir nicht mehr her!! Ich kann nur sagen, dass Frau Bée tolle Arbeit geleistet hat. Sie und ihr Mann haben Finja wohl zu dem gemacht, was sie jetzt ist...und sie ist ein Traum!! Ich hoffe, Sie kommen uns eventuell mal besuchen. Wir würden uns freuen. Ich habe ein paar Fotos mitgeschickt. Damit Sie sehen können, wie die kleine Maus sich bei uns macht (sind zwar nicht die Besten, aber es kommen bessere nach). Vielen lieben Dank für Alles! Liebe Grüße, auch an Ihre Kollegin. Daniela und Familie Zuniga Viquez, Benny und Finja


Mail vom 07.07.2010
vielen lieben Dank für die Bilder von Finja. Das war einer der schönsten Tage...der Abholtag der süßen Maus Finja!! Schön, von dem Tag jetzt Bilder zu haben. Es freut mich zu hören, dass Sie Frau Gorski berichtet haben, wie wohl sich die Maus bei uns fühlt. Ich muss auch sagen, ich bin soooooooooooooo... überglücklich (einschließlich meiner Familie), dass wir Finja bei uns haben. Sie ist eine so große Bereicherung für mich, meine Familie und Benny. Nochmals vielen Dank!! Sie passt auch einfach wunderbar in unsere Familie!


Mail vom November 2010
Ich kann nochmals, und immer wieder aufs Neue nur sagen, Finja ist fantastisch. Meine Begeisterung kann ich gar nicht in Worte fassen. Finja geht es wunderbar. Sie ist am Dienstag letzter Woche nun schon ein Jahr alt geworden. Ich muss sagen, die Zeit vergeht wie im Fluge... Sie hat sich super entwickelt. Sie ist gesundheitlich in bester Verfassung und ist munter und super agil. Seit einem Monat gehe ich und mein Partner mit den Beiden zum Hundeplatz (mit Benny war ich ja schon vor einem Jahr für ca. knapp zwei Jahre auf einem Hundeplatz). Mein Partner und ich teilen uns diese Aufgabe und haben es als gemeinsames Hobby angenommen. Ich trainiere mit Finja und mein Partner mit Benny. Auf diesem Platz gibt es auch eine Agilitiy-Gruppe und wir machen dort seit letzten Samstag mit (die Trainerin sagte, ich solle bis zum 12. Monat bei Finja abwarten). Finja hat tierisch viel Spaß dabei und lernt sehr schnell. Zuhause hat sie immer noch genauso viel Blödsinn im Kopf wie immer. Sie kommt auf die komischsten Gedanken und hält uns immer alle auf Trab. Und Benny muss auch immer noch ab und an hinhalten und sich ihre drolligen fünf Minuten antun Sie hat sich so wunderbar entwickelt und ist zu einer richtigen kleinen Lady herangewachsen. Sie ist nochmal um Einiges gewachsen und hat eine wundervolle Figur. Sie hat zwar immer Appetit und könnte alles essen, was ihr in die Quere kommt, aber da sie sehr viel spielt und immer mit uns unterwegs ist, hat sie keinen Gramm zu viel drauf. Sie ist eine wunderschöne Hündin... Oft beobachte ich Finja und kann es manchmal kaum fassen, dass ich sie habe. Es kommt mir manchmal vor wie ein Traum, da sie so perfekt in unsere Familie passt und einfach nur umwerfend ist. Ich kann nur schwärmen von ihr. Sie und Benny sind ein unglaublich süßes Paar und die Beiden sind unzertrennlich. Zwei Hunde zu halten, ist ein absoluter Traum. Den Beiden beim Spielen zuzugucken ist besser wie jeder Film. Wir, meine Familie und ich, würden uns sehr freuen, wenn Ihr uns mal besuchen kommen könntet oder wir uns vielleicht mal irgendwo treffen könnten. Ich würde so gern wollen, dass Ihr Finja sehen könntet, wie sie sich gemacht hat und Ihr sehen könntet, wie gut es ihr geht und wie schön das alles klappt. Diese Freundschaft mit Benny und Finja ist kaum in Worte zu beschreiben, das muss man einfach gesehen haben. Ich kann mich nochmals tausend Mal bedanken, dass Ihr es mir und meiner Familie ermöglicht habt, diese süße Maus zu uns zu nehmen. Ich wünsche alles gute und liebe Grüße Daniela, Familie, Benny und Finja


Wir sind froh und dankbar, für FINJA diese Menschen gefunden zu haben. Eva Gorski / Doggen-Nothilfe Dezember 2010


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