Vermittelt
PrinzMittwoch 06.Juli.2011 20.29

Prinz


hat jetzt endlich ein Zuhause bei einem verlässlichen Menschen gefunden.
Dieser Rüde ist uns 2008 zum ersten Mal begegnet. Er war damals noch nicht zwei Jahre alt. Wir haben ihn vier Mal vermittelt und immer wieder hat er sein Zuhause verloren. PRINZ war weder mit Menschen noch mit anderen Hunden unfreundlich, nie gab es einen wirklichen Grund für die Abgabe.
Noch im Frühjahr 2011 hatte ich folgenden Text auf unserer Internetseite:
„Der vierjährige schwarze kastrierte Rüde verliert erneut sein Zuhause. Prinz gehört zu den Doggen, die ihr ganzes Leben lang immer nur herum gereicht wurden, ohne die Erfahrung eines sicheren und beständigen Zuhauses machen zu können. Die Familie, die ihn im Sommer letzten Jahres aufgenommen hat, will den Rüden jetzt abgeben, da er immer wieder die Umzäunung des Grundstücks überwinden würde, um spazieren zu gehen. Leider hält Prinz sich dann viel auf der stark befahrenen Straße auf und es wird befürchtet, dass es demnächst zu einem Unfall mit Motorrad oder Auto kommt.
Prinz ist verträglich mit anderen Hunden, ist freundlich mit Menschen (auch Kindern), verfügt über Grundgehorsam, geht gut an der Leine und lebt derzeit mit einer Doggenhündin zusammen.
Nach meiner eigenen Einschätzung ist das Weglaufen ein Bindungsproblem. Prinz müsste zu einem Menschen, der viel Zeit hat, viel mit ihm unternimmt und das Zusammenleben mit dem Menschen so attraktiv gestaltet, dass das Weglaufen uninteressant wird.
Wo sind die Menschen, die Interesse, Zeit und entsprechendes Umfeld haben, um sich der Aufgabe zu stellen, ein enges Mensch-Hund-Verhältnis aufzubauen? „


Eva Gorski



Und dann dieser Glücksfall. Aus Wien meldete sich ein Herr Pf. mit Zeit und Doggenerfahrung, er wollte den Doggenrüden haben. Alle diese Berichte vom ständigen Weglaufen des PRINZ hielten ihn von seinem Entschluss nicht ab.
Wenige Wochen später konnte Herr Pf. seinen Prinz in Empfang nehmen.
Dann die ersten Berichte:
„also Prinz und ich sind noch am selben Tag bis Wien gefahren. Wir waren um 0.30 da.
Prinz ist vom ersten Moment an nicht mehr von meiner Seite gewichen und will am liebsten pausenlos gestreichelt werden, was ich meistens auch mache.
Er folgt auch sehr brav und wir üben ein wenig und er bekommt immer seine Belohnung. Wenn ich aufs WC gehen will, ist das immer ein Glücksspiel, da
er glaubt auch dorthin mitgehen zu müssen, was meistens zu Diskussionen führt da ich nicht die Tür öffnen kann, bzw. "darf" da er davor steht und denkt,
dass ich weggehe.
Wenn ich beim Schreibtisch sitze, steht er neben mir und legt seinen Kopf auf meinen Arm oder meine Beine und ab und zu darf ich etwas arbeiten.
Wir gehen sehr oft spazieren, Montag haben wir einen Ausflug gemacht, danach war er ziemlich müde. Er wird auch immer selbstsicherer,
Prinz fängt jetzt an, mich vor Leuten (Männer) wo er denkt dass sie komisch sind, zu beschützen, nicht aggressiv, aber mit einem kurzen Bellen und ganz
leichtem Knurren, sobald ich ihm das verbiete, hört er sofort auf. Ich habe ihm das weder gelernt noch dazu animiert, aber es kommt auch sehr selten vor
dass er dies macht.
Die Augen sind etwas besser geworden, aber werden sicher bis zu einer ordentlichen Operation ein Problem bleiben.
Das größte Problem ist das Futter. Er frißt nur Dosenfutter aber das sehr gerne. Er verträgt es aber nicht besonders gut, denn er neigt dann zu Durchfall
bzw. sehr weichem Stuhl. Ich will ihn auf Trockenfutter gemischt mit anderen Zutaten umstellen, aber so wie es aussieht wird das schwierig weil er dieses Futter total
ignoriert. Da er beim Fressen ein absolutes Ferkel ist, habe ich ihm einen eigenen kleinen Tisch gebaut, der auf drei Seiten einen "Spritzschutz" hat. Mit
kleinen Leckereien wie getrockneten Rinderfleischstreifen oder ähnlichem kann er überhaupt nichts anfangen, die darf ich selber essen meint er.
Insgesamt macht er einen sehr glücklichen und zufriedenen Eindruck, er ist total auf mich fixiert, hat sein eigenes richtiges jugendstilähnliches Stahlrohrbett
mit Matratze und dunkelrotem Leintuch neben meinem Schreibtisch stehen, denn sonst könnte ich nicht arbeiten und er genießt das auch.
Daheim hat er eine eigene Matratze neben meinem Bett.
Es passiert sehr oft, dass er ganz, wie soll ich das beschreiben, genüßlich grunzt, sich sichtlich wohl fühlt.
Da ich auch ab und zu Termine habe, wo Prinz nicht mitgehen kann, habe ich begonnen ihn bei meiner Mutter zu lassen. Jetzt am Anfang immer nur für
sehr kurze Zeit (ca 15 Min.) und werde dies langsam steigern, so dass er keine Angst hat.
Das war der erste Bericht aus Wien und ich hoffe Sie sind mit der Entwicklung von Prinz auch zufrieden, denn Sie kennen ihn ja doch ein klein wenig länger
als ich und haben jetzt einen Vergleich und ich würde Sie um Feedback ersuchen!
Liebe Grüße aus Wien diesmal von Prinz und mir!“
M.Pf.
Hier ein weiterer Bericht:


„Prinz geht es sehr gut. Wir gehen viel spazieren, wir treffen dabei auch sehr oft andere Hunde, aber der liebe


Herr Prinz spielt mit keinem (sind alle zu klein), aber dafür lässt er sich von allen Hundebesitzern ausgiebig streicheln dabei
sieht er immer zu mir ob mir das überhaupt recht ist, wenn ich dann zu ihm sage " jetzt bin ich aber eifersüchtig"
kommt er sofort zu mir und dann soll ich weiter streicheln.
Das Laufen hat er nicht erfunden, was ich schon alles probiert habe, Ball, Seil, Holz,.... das alles darf ich mir
selber holen, wichtig ist, dass er jeden Strauch, Baum, einfach alles beschnuppert und danach eigentlich nur
mit der Leine spielen will, weil da kann man so richtig böse knurren und bellen. Er hört aber sofort auf wenn ich es sage.
Jedenfalls ist er nach wie vor extrem auf mich fixiert, aber das stört weder ihn noch mich (ich habe einen genehmigten
Freiraum von max 4 bis 5 Metern)


Es ist mir nicht ganz klar, wieso Prinz immer alleine spazierengegangen ist, ich darf mich
ohne ihn nirgendwo alleine hinbegeben, da er sonst protestiert und einfach immer bei mir sein will.
Das ist aber kein Problem, Prinz und ich haben das sehr gut im Griff, da er einfach immer mit dabei ist.


Liebe Grüße von Prinz und mir,
M. Pf.



Und kurze Zeit später heißt es:
Ich kann über Prinz nur lobende Worte finden, er folgt sehr brav, er bettelt nicht, er stiehlt auch nichts vom Tisch!
Mit anderen Hunden spielt er derzeit so gut wie gar nicht, aber dafür mit mir umso lieber, was zur Folge hat, dass mein Gewand so aussieht,
als ob ich gerade aus einer Baugrube geklettert wäre.
Anfangs, wenn ich auf der "Fernsehbank" gelegen bin um fernzusehen, stand er daneben und hat seinen nicht gerade kleinen Kopf
auf meine Brust gelegt und wollte, wie kann es anders sein, gestreichelt werden. Da ich dabei absolut nichts mehr sehen konnte, haben wir
das etwas geändert. Er steht jetzt nicht mehr seitlich zu mir, sondern hinter mir und legt seinen Kopf auf meine Schulter
(wir liegen sozusagen Ohr an Ohr), ich sehe wieder etwas und er hat was er will.
Ich werde bei nächster Gelegenheit an paar Bilder machen und Ihnen senden, damit Sie auch sehen, dass es Prinz gut geht.
Viele Grüße von Prinz und mir!
An dem bisherigen Lebensweg dieses Hundes wird sehr deutlich, wie wenig gezeigte Verhaltensmerkmale einen sicheren Hinweis auf das „Wesen“ oder einen „Charakter“ darstellen. Alle sichtbaren Verhaltensweisen müssen verstanden werden als Ergebnis eines komplizierten Wechselwirkungsprozesses aus lebensgeschichtlichen Erfahrungen und Antwort auf aktuelle Lebensbedingungen. Das gilt zumindest für alle hochorganisierten Säugetiere, also für Menschen ebenso wie für Hunde. Ich war ganz sicher, dass PRINZ in einer engen Beziehung zu einem Menschen nie wieder „weglaufen“ würde. So war es vor vielen Jahren bei dem Doggenrüden KID, der 2m hohe Zäune überwand um Wegzulaufen, dann durfte er bei Menschen leben, die ihn mochten und er respektierte einen niedrigen Vorgartenzaun als Grenze seines Grundstücks.
Auch vor vielen Jahren AIKA, die von einem „Zuhause“ zum anderen gereicht wurde und die dann begann im Haus „unsauber“ zu werden und sich draußen mit anderen Hunden zu beißen. Als AIKA (auch sie lebt nicht mehr) endlich ihren Menschen fand, der sie an seinem Leben teilnehmen ließ, verschwanden diese Verhaltensstörungen innerhalb von Stunden. AIKA war dann ein Leben lang eine sozial verträgliche und absolut „stubenreine“ Hündin, denn sie war an der Seite ihres Menschen eine glückliche Hündin.
Eva Gorski/ Doggen-Nothilfe
Wir danken Herrn Pf., dass er PRINZ ein so wundervolles Zuhause geschenkt hat.
Eva Gorski/ Doggen-Nothilfe


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