Vermittelt
EDDY vormals ERIKSonntag 31.Juli.2011 20.08

EDDY    vormals ERIK    hat ein Zuhause gefunden


Mit folgendem Text suchten wir viele Monate lang die passenden Menschen für den Hundejungen:


„Wir haben dieses Hundekind (6 Monate jung) von seiner „Züchterin“ übernommen, da sie wegen seiner  Augenschädigung fürchtete, ihn nicht vermitteln zu können. Zu diesem Zeitpunkt wurde bereits eine Blindheit auf einem Auge als ziemlich sicher angenommen. Auf dem Foto aus dieser Zeit ist das Ausmaß der Schädigung zu erkennen; so kam er zu uns.


Trotz sofortiger Inanspruchnahme von Fachtierärzten in zwei Tierkliniken gab es keine Möglichkeit mehr, das Auge zu retten. Der Augeninnendruck war extrem erhöht und ERIK hatte Dauerschmerzen. Inzwischen ist das Auge in einer komplikationslosen Operation entfernt worden. Eine pathologische Untersuchung des Auges hat ergeben, dass hier kein Tumor oder ein anderer krankhafter Vorgang vorlag, vielmehr ist davon auszugehen, dass eine frühe Augenverletzung nicht rechtzeitig oder nicht fachkundig tierärztlich versorgt wurde, was dann zu dem totalen Sehverlust führte.


ERIK lebt in unserer Pflegestelle mit viel Kontakt zu Doggen unterschiedlichen Alters, er ist ein lebensfroher und verspielter Junghund.


Wo sind die Menschen, die im Vordergrund nicht sein Handicap, sondern das Doggenkind sehen, das ein Zuhause sucht?


ERIK will viel Möglichkeiten zum Spielen und Lernen haben und braucht Menschen, die ihm Zuwendung und Sicherheit geben, aber auch Regeln und Grenzen angeben.


Der Besuch einer Hundeschule wäre sinnvoll. „


Und dann ging alles ganz schnell: Ein Telefonanruf von Herrn W., der großes Interesse an ERIK zeigte, erste Telefonkontakte mit unserer Pflegemama Rosi Kehler, dann „Überprüfung des potentiellen Zuhauses. Und gleich am nächsten Tag fuhren Frau S und Herr W. den langen Weg zu Rosi Kehler, um „ihren EDDY“ zu holen.


Kurz danach bekamen wir folgenden Bericht:



 


Hallo Frau Gorski,


vor drei Tagen haben wir Eddy (vormals Eric) zu uns nach Hause


geholt. Die ersten zehn Minuten im Auto, in das er zunächst gar nicht


einsteigen wollte, weil seine Freundin Vicky ihn immer wieder rief,


musste der Kleine doch noch sehr beruhigt werden. Das gab sich jedoch


im Laufe der Fahrt immer mehr. Zuhause angekommen, schnüffelte sich


Eddy, wie wir ihn dann genannt haben, erst einmal durch sein neues


Zuhause. Seine erste Mahlzeit, frisches Fleisch und Gemüse, beäugte


er erst ganz kritisch und leckte dann ein wenig daran herum. Das erste


Schlafen gehen, gestaltete sich noch recht schwierig, ca. eine halbe


Stunde lang musste ich ihn immer wieder auf seinen Schlafplatz


bringen, bis er verstanden hat, was ich von ihm wollte.  



 


In den nächsten beiden Tagen konnte sich der Kleine immer mehr


entspannen, auch wenn er immer noch sehr schreckhaft ist, wenn man ihn


unverhofft berührt oder er ein ihm unbekanntes Geräusch hört. Doch


das wird sich sicher auch im Laufe der Zeit noch geben. 



 


Was die Grundkommandos angeht, so kennt er davon keine, aber auch


hier werden wir in "Mäuseschritten" Erfolg haben. Es ist noch sehr


schwer für ihn, Grenzen zu akzeptieren, aber auch das werden wir mit


viel Geduld schaffen. Sonst ist er ein Riesenschmuser, der seine


Schmuseeinheiten, vor allem von mir, immer wieder einfordert. Er hört


sogar schon auf seinen neuen Namen, zumindest bei uns im Haus und im


Garten. Mit anderen Hunden versteht er sich ganz gut, bei anderen


Menschen ist er überaus vorsichtig. Aber das ist auch in Ordnung, wir


wollen ihn in der Anfangszeit auch nicht überfordern. 



 


Inzwischen freut er sich auch über sein Futter, er wurde von uns,


von Beginn an natürlich gefüttert. Besonders jedoch liebt er es,


frische Putenhälse oder getrocknete Hühnerhälse zu knabbern. Eddy


hat auch etwas abgenommen, was ihm sehr gut steht, da er doch etwas


"mopsig" war, als wir ihn abholten. Das Schlafen gehen gestaltet sich


auch etwas einfacher, als noch zu Beginn. An der Leine läuft er zwar


nicht perfekt, aber zumindest zieht er nicht und ein Spaziergang


gestaltet sich daher recht entspannt. Wenn ihm, wenn wir hier zuhause


sind, draußen etwas oder wer nicht geheuer ist, dann schlägt er auch


schon mal an. Und ich bin mir sicher, dass er mich auch im Fall der


Fälle verteidigen würde, denn erste Anzeichen waren schon erkennbar.


Es ist auf jeden Fall toll zu sehen, wie sich der Kleine schon in den


paar Tagen entwickelt hat, auch wenn wir sicher sind, dass er in


seiner Vergangenheit irgendetwas Schlimmes erlebt hat. Auf jeden Fall


ist Eddy eine Herausforderung, von der wir froh sind, dass wir sie


eingegangen sind. 



 


Als Anlage sende ich Ihnen drei Bilder von dem "neuen" Eddy


        Lieben Gruß, 



 


        Kerstin & Thomas





Wenige Tage später kommt dieser weitere Bericht:



 


Hallo Frau Gorski, hallo Frau Kehler,



 


heute möchten wir Ihnen von Eddy`s großen Erfolg berichten.


Seitdem Eddy unser Familienmitglied ist, sind wir täglich an das


Hunte-Sperrwerk, einem Hundeparadies gefahren. Hier


konnte der Kleine an der Leine das Revier erlaufen und erschnüffeln.


Eddy hat seine Nase ständig am Boden. Es gibt ja auch viel zu "


lesen".


Heute haben wir Eddy zu unserer Liebe und Zuwendung sehr viel


Vertrauen geschenkt.


Wir haben ihn von der Leine gelassen.


Und  wurden belohnt:


Erst eng bei uns, dann immer weitere Kreise ziehend, die bis auf ca


zwanzig Meter ausgedehnt wurden, erkundete Eddy das Revier ausgiebig.


Wir konnten ihn immer abrufen, wenn Radfahrer den Weg passierten. Die


Radfahrer irritieren ihn, inspirierten ihn aber nicht zum nachjagen.


Ein wunderschönes Bild bot Eddy, wenn er im knie hohen Gras, einem


Springboch gleich, über den Deich tobte.


Fazit: Wir therapieren uns gegenseitig.


            Viele Grüße


            Kerstin und Thomas



 


Wir, die Doggen-Nothilfe, freuen uns ganz besonders, dass EDDY, der so einen ungünstigen Lebensstart hatte, nun ein Zuhause bei liebevollen und hundeerfahrenen Menschen gefunden hat.


Eva Goski für das


Doggen-Nothilfe-Team


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